Seminars
Fall Semester 2026
Blockseminar mit Odile Ammann, Prof. Dr. iur., LL.M.
«Recht und Lobbying»
1. Inhalt des Blockseminars
«Gesetze sind wie Würste – man sollte besser nicht dabei sein, wenn sie gemacht werden.» Dieses Zitat, das Otto von Bismarck zugeschrieben wird, bringt eine wiederkehrende Sorge und Skepsis zum Ausdruck: Wie werden die Gesetze, die uns regieren, eigentlich ausgearbeitet? Ist ihr Entstehungsverfahren tatsächlich demokratisch, und wer nimmt Einfluss auf ihre Ausgestaltung?
Die vom Rechtspositivismus geprägte Rechtslehre und -praxis neigen häufig dazu, diese Fragen zu vernachlässigen, obwohl sie für das Verständnis des Rechts und der Kräfte, die dieses prägen, von zentraler Bedeutung sind. Dieses Seminar möchte dazu beitragen, diese Lücke – auch in der juristischen Ausbildung – zu schliessen, indem es die Rolle des Lobbyings im ordentlichen Gesetzgebungsverfahren beleuchtet. Der Fokus liegt dabei in erster Linie (aber nicht ausschliesslich) auf der Schweiz und der Bundesebene.
Ziel des Seminars ist es, die Teilnehmenden mit verschiedenen relevanten Konzepten und Theorien des Lobbyings vertraut zu machen. Das Lobbying wird dabei aus einer juristischen, primär verfassungsrechtlichen Perspektive analysiert. Behandelt werden die wichtigsten Komponenten des schweizerischen verfassungsrechtlichen Rahmens, der für das Lobbying gilt, unter Einbezug rechtsvergleichender Aspekte. Darüber hinaus werden einschlägige Arbeiten aus anderen Disziplinen berücksichtigt, insbesondere aus der Politikwissenschaft, der politischen Philosophie, der Geschichte und der ökonomischen Theorie, um eine bessere Kontextualisierung des Themas zu ermöglichen. Das Seminar greift aktuelle rechtspolitische Debatten auf und umfasst mehrere Gastbeiträge sowie praktische Übungen.
Das Seminar richtet sich an Master- und Bachelorstudierende der Rechtswissenschaften sowie an Studierende anderer Fakultäten, die sich für diese Thematik interessieren.
Die Veranstaltung ist partizipativ: Frontalunterrichtseinheiten werden durch Übungen in Kleingruppen und Plenumsdiskussionen ergänzt, um eine kritische, vertiefte Auseinandersetzung mit den behandelten Themen zu ermöglichen. Die Studierenden beteiligen sich aktiv am Seminar und bereiten die Pflichtlektüre vor den Sitzungen vor.
Die Lehrveranstaltung findet überwiegend in deutscher Sprache statt. Einzelne Sitzungen können je nach den gewählten Texten und der Sprache der Gastreferierenden auch Französisch oder Englisch einbeziehen. Diskussionen mit externen Referierenden können nach dem Prinzip «jede und jeder in seiner Sprache» geführt werden, wie es auch im Bundesparlament und in der Bundesverwaltung praktiziert wird.
Der Leistungsnachweis besteht aus der Bachelor- bzw. Materarbeit.
2. Termin des Blockseminars
Donnerstag, 3. Dezember 2026, 10.15 Uhr – 13.00 Uhr / 14.15 Uhr – 17.00 Uhr
Freitag, 4. Dezember 2026, 10.15 Uhr – 13.00 Uhr / 14.15 Uhr – 17.00 Uhr
Donnerstag, 10. Dezember 2026, 10.15 Uhr – 13.00 Uhr / 14.15 Uhr – 17.00 Uhr
Freitag, 11. Dezember 2026, 10.15 Uhr – 13.00 Uhr / 14.15 Uhr – 17.00 Uhr
Donnerstag, 17. Dezember 2026, 11.15 Uhr – 13.00 Uhr / 14.15 Uhr – 16.00 Uhr
3. Vorbesprechung
Keine
4. Durchführungsort
Universität Zürich